Speicheldiagnostik (Kariesrisikobestimmung)

Für die Beurteilung stehen klinische Befunde wie die Mundhygiene, Ernährungsgewohnheiten, bereits durchgemachte kariöse Gebissschäden oder das Vorliegen kariöser Initialläsionen (beginnender Entkalkungen) immer im Vordergrund. Sie erhalten jedoch eine sinnvolle Ergänzung und gesteigerte Aussagekraft durch die Verfahren der Speicheldiagnostik.

Bestimmung nicht-bakterieller Speichelfaktoren

Neben vielfältigen Aufgaben zur Nahrungsaufnahme, Verdauung und Keimabwehr bietet die Speichelflüssigkeit auch natürliche Schutzfunktionen für unsere Mundgesundheit. Allein schon durch das Vorhandensein einer ausreichenden Speichelmenge sind die Befeuchtung der Mundschleimhaut und eine gewisse Reinigungs- und Spülfunktion gewährleistet. Die Bestimmung der Speichelfließrate gibt Aufschluss darüber, ob der Speichel diese Funktionen erfüllen kann.

Darüber hinaus enthält der Speichel so genannte Puffersysteme, die Säuren aus der Nahrung, aus Getränken oder auch aus den Gärungsprozessen der Plaque (Zahnbelag) zumindest in begrenztem Maße neutralisieren können. Zwischen den Mahlzeiten trägt er zur Remineralisation (Wiedereinlagerung mineralischer Substanzen) der Zähne bei. Die Puffer-Kapazitätsbestimmung liefert Anhaltspunkte, inwieweit der Speichel diese wichtige Funktion erfüllen kann.

Bestimmung bakterieller Speichelfaktoren

Gleichzeitig ist der Speichel Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Mikroorganismen, ohne dass es sich bei ihrem Vorhandensein gleich um einen pathologischen (krankhaften) Zustand handeln müsste. Die Wissenschaft geht mittlerweile von mehreren Tausend verschiedenen Keimarten aus. Diese bilden  gemeinsam ein in sich geschlossenes, ausgewogenes Ökosystem, in das weitere Keime nur schwer eindringen können.

Zur Verschiebung dieses Gleichgewichts kommt es aber beispielsweise durch ein Überangebot kohlenhydrathaltiger Nahrung bei starkem Zuckerkonsum und/oder mangelnder mechanischer Beseitigung der den Zähnen anhaftenden Plaque (Zahnbelag). In der Folge entsteht ein kariogenes (Karies verursachendes) Mundmilieu. Die Speicheltests auf Streptococcus mutans und auf Laktobazillen sowie die Bestimmung des Laktatbildungspotentials liefern wertvolle Hinweise auf ein übermäßiges Vorhandensein dieser beiden Markerkeime für die Kariesentstehung bzw. darüber, wie hoch die Fähigkeit dieser Keime ist, Zahn schädigende Milchsäure zu produzieren.

18.06.2012
Speicheldiagnostik (Kariesrisikobestimmung)
Es besteht ein großes zahnmedizinisches Interesse daran, verlässliche Aussagen und Prognosen über das individuelle Kariesrisiko eines Patienten stellen zu können.
11.05.2012
Richtige Prophylaxe mit der Munddusche
Prophylaxe ist für viele Patienten heute kein Fremdwort mehr.
17.04.2012
20.03.2012
„Das A und O“ einer guten Zahnpflege
Unsere Zähne leisten täglich Schwerstarbeit, um die zahlreichen Mahlzeiten, die wir zu uns nehmen, zu zerkleinern und für den langen Verdauungsweg vorzubereiten.
16.02.2012
Funktionsanalyse
Unter einer Funktionsanalyse versteht man verschiedene klinische und instrumentelle Diagnoseverfahren, die Auskunft geben über den Funktionszustand des craniomandibulären Systems (Kausystems).
28.01.2012
Wurzelspitzenresektion
Eine Wurzelspitzenresektion (WSR) ist ein operativer Eingriff, bei dem die Wurzelspitze eines im Vorfeld wurzelbehandelten Zahnes sowie die entzündete Umgebung der Wurzelspitze entfernt werden. Sie dient dem Erhalt des betroffenen Zahnes durch die Beseitigung der Entzündung.
02.01.2012
Professioneller Schutz vor Zahnbakterien
Unter der so genannten antimikrobiellen Konditionierung versteht man das Auftragen eines Schutzlackes auf die Zähne. Dieser Lack enthält antibakterielle Wirkstoffe und senkt somit die bakterielle Aktivität im Mund.
Anschrift
Dr. med. dent. H.-D. Steinkopf
Facharzt für Oralchirurgie
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