Wie wird eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte behandelt?

Man unterscheidet die Lippen-Kiefer-Gaumenspalten von den einfachen Lippen- oder Gaumenspalten.
 
Diese Erkrankung beruht auf einer Entwicklungsstörung während der Embryonalzeit.
Dabei spielen sowohl endogene (körpereigene) als auch exogene (körperfremde) Einflüsse eine Rolle.
Man nimmt an, dass die Vererbung eine Rolle spielt, da das Risiko für ein Kind, eine LKG-Spalte zu entwickeln, größer ist, wenn bereits eine Spalte in der Familie vorgekommen ist.
Auch ein schädlicher Einfluss durch Strahlung sowie chemische oder physikalische Einflüsse werden als mögliche Ursachen angenommen.
Bei den äußeren Faktoren werden insbesondere Alkohol und Nikotinkonsum der Mutter während der Embryonalzeit als Risikofaktoren angegeben. Ebenso können ein Mangel an Folsäure oder eine erhöhte Einnahme von Retinoiden eine Spaltbildung begünstigen.
 
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten treten meist seitlich auf, können aber auch median (mittig) liegen.
Eine seitliche LKG-Spalte kann sowohl ein- als auch beidseitig auftreten.
 
Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bringt zahlreiche Probleme mit sich, die es zu beseitigen gilt, um dem Neugeborenen ein normales Leben zu ermöglichen.
Zum einen kann die Atmung erschwert sein, zum anderen ist die Nahrungsaufnahme durch die Spalte stark beeinträchtigt und es kann Nahrung in den Nasenraum gelangen.
Die Sprachentwicklung kann aufgrund der anatomischen Veränderungen nicht normal stattfinden und ist deutlich eingeschränkt.
Bei einigen Patienten ist auch die Belüftung des Mittelohres behindert.
 
Die Behandlung einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte erfolgt immer in Zusammenarbeit vieler Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen, um ein optimales Therapieergebnis zu erzielen.
 
Bereits im ersten Lebensjahr findet die erste operative Korrektur statt, der Verschluss der Lippe. Es folgt der Verschluss des harten und des weichen Gaumens. Bei einigen Patienten wird ein Paukenröhrchen eingesetzt, um die Mittelohrbelüftung zu verbessern.
Bis zum Verschluss des Gaumens wird eine Gaumenplatte eingesetzt, welche das Wachstum steuert und auch die Nahrungsaufnahme erleichtert.
Etwa ab dem zweiten Lebensjahr beginnt die logopädische Behandlung, welche die operative Therapie aktiv unterstützt.
Im Laufe der Entwicklung folgen sowohl sprachverbessernde Operationen als auch Operationen zur Verbesserung der Ästhetik.
 
Ziel ist es, sowohl funktionell - also das Essen, Trinken und Sprechen betreffend - als auch ästhetisch ein möglichst optimales Behandlungsergebnis zu erreichen.
 
Die Behandlung einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist langwierig und endet erst mit Abschluss des Wachstums. Regelmäßige Kontrollen, Logopädie, kieferorthopädische Behandlungen und mehrere operative Eingriffe sind notwendig, um dem betroffenen Kind ein normales Leben zu ermöglichen.

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