Implantologie

Zahnärztliche Implantate haben heute einen breiten Anwendungsbereich und ermöglichen auch bei schwierigen, individuellen Voraussetzungen eine komfortable und ästhetisch gute Versorgung mit Zahnersatz.

In meiner Praxis werden mehrere dentale Implantatsysteme von verschiedenen etablierten europäischen Herstellern verwendet. Die Systeme sind schon viele Jahre erfolgreich weltweit eingesetzt worden. Sie variieren in Form, Oberfläche, Durchmesser, Länge, Art der Verbindung zum Zahnersatz und Preis, sodass wir Ihnen entsprechend Ihrer individuellen Situation, eine Möglichkeit zur dentalen Rehabilitation auf höchstem Niveau anbieten können.

Nach einer allgemeinen Untersuchung der klinischen Situation, also den Verhältnissen in Ihrem Mund, wird unter Zuhilfenahme von Röntgenbildern, Gipsmodellen, Fotos und eventuell auch computertomografischen Aufnahmen ein möglicher Therapieplan erstellt. Neben den rein anatomischen Voraussetzungen sind auch allgemeine Faktoren wie z. B. Rauchgewohnheiten, Stoffwechselerkrankungen (Diabetes, Osteoporose etc.), vorangegangene Behandlungen (Chemotherapie, Bestrahlungen) und allgemeine gesundheitliche Einschränkungen zu berücksichtigen.

Auf der Grundlage der Voruntersuchung wird ein Implantationsverfahren für Sie ausgewählt. Es gibt derzeit zwei grundsätzliche Verfahren, Implantate einzusetzen:

Bei dem zwei-zeitigen (geschlossenen) Implantationsverfahren werden die Implantate auf Höhe des Knochenniveaus eingebracht und die Schleimhaut darüber vernäht, so dass die Implantate in Ruhe und ohne Kontakt zur Mundhöhle einheilen können (Einheilphase). Allerdings ist nach der Einheilungszeit von 3-6 Monaten ein kleiner operativer Eingriff notwendig, um die Implantate von der bedeckenden Schleimhaut zu befreien und den internen Gewindeteil zugänglich zu machen.

Das ein-zeitige (offene) Implantationsverfahren verzichtet auf die Schleimhautbedeckung. Die Implantate werden so weit eingebracht, dass sie über das Schleimhautniveau herausragen. Ein zweiter Eingriff ist nicht erforderlich. So gesetzte Implantate können während der Einheilphase besser kontrolliert werden, haben aber den Nachteil, dass sie im Bereich des Schleimhautdurchtritts eine hochglanzpolierte Fläche besitzen, was besonders im Frontzahnbereich sehr störend sein kann. Außerdem ist die provisorische Versorgung in einigen Fällen erschwert.

Knochensituation:
Zahnärztliche Implantate werden im Knochen verankert. Dazu muss ein ausreichendes Knochenangebot vorhanden sein. Ist das Knochenangebot in Ihrem Fall zu gering, muss das nicht zwangsläufig einer Implantation entgegenstehen. Es ist dann unter Umständen möglich, den fehlenden Knochen von einer anderen Stelle, z. B. aus der Kinnregion, dem Unterkieferwinkel oder, bei umfangreicheren Knochendefekten, aus dem Beckenknochen an die Stelle zu transplantieren, an der er für die späteren Implantate gebraucht wird. Auch sind heute einige künstliche, knochenähnliche Materialien verfügbar, die ebenfalls zur Verbesserung der knöchernen Situation eingesetzt werden können. Meist ist allerdings ein mehr oder weniger kleiner, zusätzlicher operativer Eingriff notwendig. Die eigentliche Implantatsetzung erfolgt dann nach der Einheilungsphase des Knochentransplantates. Manchmal ist es auch möglich, den fehlenden Knochen zusammen mit der Implantation in einem Eingriff zu ersetzen.

Schleimhautsituation:
In einigen Fällen sollte vor einer geplanten Implantation noch eine Korrektur von Schleimhautveränderungen, die bei langjährigen Prothesenträgern entstehen können, durchgeführt werden. Auch nach einer Implantation ist es manchmal sinnvoll, die Gewebesituation operativ zu verbessern, um eine für Hygienemaßnahmen bessere Situation zu schaffen oder die Ästhetik im (Frontzahnbereich) zu verbessern.

Wundheilung:
Bei implantologischen Versorgungen wird unterschieden zwischen der Wundheilung (primär und sekundär) und der knöchernen Einheilung der Implantate (Osseointegration). Die primäre Wundheilung, d. h. die mit Naht verschlossene Schleimhautwunde, ist 7-10 Tage nach der Implantation bzw. nach einem chirurgischen Eingriff soweit vorangeschritten, dass die Nähte entfernt werden können. Eine sekundäre Wundheilung, also das freie Zugranulieren einer Wunde ohne Naht, dauert erheblich länger und wird in der Implantologie weitgehend vermieden.

Knochenheilung (Osseointegration):
Unter Knochenheilung versteht man das Heranwachsen des Knochens an die meist raue Implantatoberfläche. Je inniger der Knochen-Implantatkontakt ist, desto besser ist der Halt der Implantate im Knochen. In dieser Phase sollten die Implantate nicht belastet werden. Die Einheilzeit von Implantaten kann sehr unterschiedlich sein und ist noch nicht genau bestimmt. Aus der über 30-jährigen Erfahrung mit Implantaten wird ein Zeitraum von 3-4 Monaten als Einheilphase empfohlen. Heute gibt es aber Techniken, die auch mit wesentlich kürzeren Einheilzeiten zu erfolgreichen und stabilen Langzeitergebnissen führen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es sogar möglich, Implantate sofort nach der Implantation mit Zahnersatz zu versorgen. Allerdings müssen eine Vielzahl von günstiger Voraussetzungen (Knochenqualität und Angebot uvm.) bestehen, die mitunter erst während der Implantatsetzung genau beurteilt werden können. So kann es vorkommen, dass eine ursprünglich geplante Sofortversorgung mit Zahnersatz nach der Implantatsetzung aufgrund der doch nicht so guten Knochenqualität aus Sicherheitsgründen nicht durchgeführt werden kann. In so einem Fall wird man einen provisorischen Zahnersatz für die Dauer der Einheilung verwenden.

Implantatsetzung
Die Implantatsetzung erfolgt in der Regel in örtlicher Betäubung. Man ist wie bei einer "normalen" zahnärztlichen Behandlung wach und ansprechbar. Der Eingriff selbst ist in der Intensität, für Sie als Patient, mit der Entfernung eines Zahnes vergleichbar. Schleimhäute und Knochen werden so wenig wie möglich verletzt, damit dieses Gewebe aktiv an das Implantat heranwachsen kann. Das zahnärztliche Implantat erhält seine anfängliche Stabilität durch die Gewindegänge (ähnlich einer Holzschraube). Ein noch größerer Halt wird dadurch erreicht, dass vitale Knochenzellen direkt in die speziell vergrößerte (angeraute) Implantatoberflächenstruktur einwachsen und ein möglichst inniger Kontakt zwischen Implantat und Knochen entsteht. Das setzt natürlich lebende Knochenzellen voraus. Deshalb wird so schonend wie möglich gearbeitet, und das Operationstrauma (z.B. Überhitzung) so minimal gehalten wie es nur geht.

Einheilungsphase nach Implantation

Nach einer Implantation ist mit allgemeinen Beschwerden zu rechnen. Dazu zählen der Wundschmerz, der medikamentös gut behandelt werden kann, und eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Schwellung. Die Schwellung kann durch Kühlung günstig beeinflusst werden. Wie nach jeder Operation sollten Sie auch nach einer Implantation körperliche Anstrengungen vermeiden. Im Einzelfall kann es auch zur Ausbildung eines Blutergusses kommen, der in der Regel nach ca. einer Woche verschwindet. Nach ca. 7-10 Tagen werden die Nähte entfernt. Bis zur Versorgung der Implantate wird ein provisorischer Zahnersatz eingegliedert, der die Implantate nicht belastet und eine ruhige Einheilung ermöglicht. Die Ästhetik und Funktion dieses provisorischen Zahnersatzes ist häufig eingeschränkt. Neben verminderter Kauleistung kann es im Einzelfall auch zu einer veränderten Aussprache kommen, die sich aber nach Eingliederung des definitiven Zahnersatzes wieder normalisiert.

Ein kleiner operativer Eingriff wird nötig, wenn ein Implantat eingesetzt wurde, welches von Schleimhaut bedeckt eingeheilt ist (zwei-zeitiges Verfahren).

In örtlicher Betäubung wird dann mit einem Skalpell oder einer Schleimhautstanze die meist dünne Schleimhaut über dem Implantat eröffnet, so dass das Innengewinde des Implantatkörpers für die Aufnahme des späteren Zahnersatzes zugänglich ist. Der Eingriff selbst ist nicht belastend und bereitet in der Regel keine Probleme.

Begleiterscheinungen wie Schwellungen, Blutungen, Schmerzen usw. treten nur in sehr milder Form auf. Selten entsteht lediglich für 1-2 Tage ein "wundes Gefühl". Die Freilegung endet mit dem Eindrehen von kleinen 1-5 mm hohen Schleimhautformern, die bewirken sollen, dass sich um das Implantat eine schöne, dem natürlichen Zahn möglichst ähnliche, Schleimhautmanschette bildet. Diese ist wichtig für ein ästhetisch optimales Ergebnis und sorgt für einen harmonischen Übergang vom Zahnfleisch zur Implantatkrone.

Nach ca. 1-2 Wochen kann dann mit der prothetischen Versorgung begonnen werden.

Meist wird die Versorgung der Implantate von Ihrem Zahnarzt (Hauszahnarzt) durchgeführt. Häufig hat er Sie zur Implantation zu mir überwiesen. Schon in der Planungs- und Vorbereitungsphase koordiniere ich mit ihm den Therapieablauf.

Grundsätzlich gleicht die Versorgung von Implantaten der konventionellen Kronen- und Brückenversorgung von eigenen Zähnen, allerdings sind die Implantataufbauteile meist schon so geformt, dass ein zeitaufwendiges und unangenehmes Beschleifen wie bei eigenen Zähnen vor der Überkronung, entfällt. Die endgültige prothetische Versorgung von Implantaten benötigt einen Zeitaufwand von 1-4 Wochen je nach Art und Umfang des Zahnersatzes. Es werden verschiedene Behandlungsschritte durchgeführt, um die aktuelle Situation in Ihrer Mundhöhle so exakt wie möglich zu erfassen, damit ein Zahntechniker mit größter Sorgfalt Ihren Zahnersatz herstellen kann.

Der langfristige Erfolg eines implantatgetragenen Zahnersatz ist entscheidend von Ihrer Mitarbeit abhängig.

Sorgfältige Pflege und regelmäßige Mundhygienemaßnahmen sowie die tägliche Zahnreinigung sind die Grundlage für den Erfolg unserer Behandlung und somit Ihrer Zufriedenheit. Anfänglich kann der Umgang mit dem implantatgetragenen Zahnersatz unter Umständen etwas gewöhnungsbedürftig sein. In dieser Eingewöhnungszeit sind etwas häufigere Kontrollen nötig. Danach reicht in der Regel eine halbjährliche Kontrolle durch Ihren Zahnarzt aus.

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Implantate grundsätzlich Privatleistungen sind und daher nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) bzw. der Gebührenordnung für Ärzte (GÖÄ) berechnet werden. Seit dem 1.1.2005 haben gesetzlich versicherte Patienten allerdings Anspruch auf einen befundorientierten Zuschuss auf den Zahnersatz, der auf den Implantaten gefertigt wird.

Für Ihre implantologische Behandlung wird ein Kostenvoranschlag erstellt. Dieser enthält detailliert alle in Ihrem Fall wahrscheinlich durchzuführenden Leistungen/Maßnahmen, sodass Sie abschätzen können, welche Ausgaben für dieses Plus an Lebensqualität auf Sie zukommen.

Implantatfinanzierung
Einige Banken und Finanzdienste haben inzwischen Möglichkeiten geschaffen um Zahnersatz und Implantate zu finanzieren. Teil- und Ratenzahlung sind möglich.

Die Haltbarkeit von Implantatversorgungen wird entscheidend von Ihrer Mitarbeit bestimmt. Gewissenhafte und gründliche Mundhygiene verhindern das Auftreten von Entzündungen, die unter Umständen den Halt der Implantate im Knochen bedrohen können und in schwerwiegenden Fällen zum Implantatverlust führen. Bei sorgfältiger Pflege und regelmäßiger Kontrolle sind Implantatversorgungen jedoch jahrzehntelang sicher und bequem. Gleichzeitig helfen die Implantate, einen weiteren Knochenverlust zu verhindern, der sich sonst bei längerer Zahnlosigkeit einstellen würde.

Faktoren, die den Erfolg der Implantattherapie gefährden:
Wissenschaftliche Einigkeit besteht darin, dass Rauchen, mangelhafte Pflege, bestrahlter Knochen (Tumortherapie) und Stoffwechselerkrankungen, wie der Diabetes mellitus, die Prognose von Implantaten ungünstig beeinflussen. Bei umsichtiger Therapieplanung und guter Mitarbeit Ihrerseits ist aber häufig ein stabiles Langzeitergebnis zu erreichen.

Zahnersatz mittels Implantaten ist im jugendlichen Gebiss normalerweise nicht möglich, weil ein Implantat das Knochenwachstum beeinträchtigt. Am Implantationsort würde das Knochenwachstum stoppen, während sich das übrige Gebiss weiterentwickelt.

Eine Sonderstellung nehmen kieferorthopädische Implantate ein.

Um Fehlstellungen und Fehlentwicklungen korrigieren zu können, werden spezielle Implantate eingesetzt. An ihnen kann dann der Kieferorthopäde geeignete Halteelemente befestigen, um die nötigen Zahnbewegungen einzuleiten. Durch die Zusammenarbeit von Kieferorthopädie und Oralchirurgie kann in einigen Fällen auf aufwendige Apparaturen verzichtet und die Behandlungszeit deutlich reduziert werden.

Bei komplizierten anatomischen Situationen oder Implantatplanungen, an die besonders hohe Anforderungen gestellt werden, kann unter Zuhilfenahme von virtuellen Planungshilfen in Verbindung mit einer von Dentallabor gefertigten Bohrschablone eine sehr hohe Ergebnissicherheit erreicht werden.

Wichtige Stukturen wie Nerven und Gefäße können geschützt und der ortsständige Knochen maximal ausgenutzt werden. Als Planungsgrundlage dient ein Computertomogramm oder ein Volumentomogramm. Unter Verwendung des med3D-Programms kann dann die Implantattherapie geplant werden.